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Lass dich nicht verarschen beim Busfahren in Nicaragua

by Chris

Das Busfahren in Nicaragua ist eine interessante, wenn auch fordernde Angelegenheit. Ähnlich wie in Guatemala oder Belize verkehren meist ausrangierte amerikanische Schulbusse, die „Chicken Busse“ genannt werden, weil in diesen alles mögliche bis hin zu Hühnern transportiert wird. Mit Hühnern kamen wir dort zwar nicht in Kontakt, jedoch hatten wir schon ein Kaninchen als Sitznachbarn.

Neben diesen Bussen gibt es auch kleine Vans, in die erstaunlich viele Menschen hineinpassen, und die etwas zügiger unterwegs sind. Hierfür muss man aber geringfügig tiefer in die Tasche greifen.

Das Titelbild zum Artikel Busfahren in Nicaragua unsere Tipps und Routen

Wer lieber nicht mit Einheimischen in Kontakt kommen möchte, kann auch einfach Touristen-Shuttles nutzen, die zwischen fast allen bekannten Destinationen verkehren, aber auch ein Vielfaches kosten.


Die Conductor-Mafia im Süden Nicaraguas

Hatten wir nach dem Überqueren der Grenze auf unserem Weg nach Esteli noch keine Probleme, verschlechterten sich die Manieren der Conductores (Geldeinsammler in den Bussen) gegenüber Touristen beim Busfahren in Nicaragua ab Granada doch gewaltig. Liest man andere Blogs zu dieser Thematik, scheint hier doch ein System hinter zu stecken.

Auf den richtigen Preis beim Busfahren in Nicaragua achten

Auf unserem Weg von Granada auf die Isla de Ometepe mussten wir einmal umsteigen. Im zweiten Bus bezahlten wir den doppelten Preis – leider ohne es zu wissen. Als wir nachfragten, weil uns der Preis relativ hoch erschien, versicherte uns der Conductor, dass dies der korrekte Preis sei, weil die Strecke auch sehr lang sei. Nach späterer Internetrecherche war uns aber klar, dass wir den doppelten Fahrpreis bezahlt hatten.

Dank des Tipps einer Leserin wissen wir jetzt, dass der richtige Fahrpreis eigentlich immer am Eingang des Busses hängt. Also einfach dort nachschauen und danke an Lena!

Glaub nicht alles beim Busfahren in Nicaragua

Ein besonders beliebter Trick beim Weg auf die Isla de Ometepe ist es auch, dass Touristen mit dem Verweis auf den korrekten Umstieg dorthin ein bis zwei Kilometer früher raus gelassen werden. Dort erwarten euch dann bereits Taxifahrer, die natürlich ein besonders hohes Fahrgeld von euch verlangen.

Auch dies ist uns passiert, aber zum Glück war eine weitere Touristin mit an Bord, die nach San Juan del Sur wollte. Zunächst wollte der Taxifahrer absurde drei US-Dollar jeweils von Marie und mir für eine Strecke von maximal zwei Minuten. Nach einigen Protesten fuhr er uns dann allerdings umsonst. Wahrscheinlich machte er schon an seinem anderen Fahrgast einen guten Profit.

Das Drehkreuz beim Busfahren in Nicaragua: Rivas

Beim Busfahren in Nicaragua kommt vermutlich jeder einmal an der Busstation in Rivas vorbei. Manche sogar mehrmals. Auf unserem Weg von San Juan del Sur zur Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica machten auch wir unsere Erfahrung.

Bereits einige Minuten bevor wir die Station erreichten, rief der Conductor jemanden an. Da wir nicht weit von ihm entfernt saßen und zudem etwas Spanisch sprechen, konnten wir verstehen, dass er irgendjemanden erzählte, dass hier jede Menge Touristen im Bus wären. In Wahrheit waren es zwar nur fünf, aber egal. Kurze Zeit später stiegen mindestens genauso viele junge Männer ein, die krampfhaft versuchten herauszufinden, wo wir hin wollten, damit sie uns mit dem Taxi dorthin fahren können. Da wir darauf vorbereitet waren, lehnten wir natürlich dankend ab.

An der Busstation angekommen wurde es dann noch schlimmer. Hier wird man regelrecht von Taxifahrern belagert, die lügen bis sich die Balken biegen, damit man in ihr Taxi steigt. Einfach freundlich und bestimmt ablehnen und nach dem richtigen Bus Ausschau halten. Und auf gar keinen Fall auch nur ein Wort der Taxifahrer glauben.

Ein Sonderfall in San Juan del Sur

Dieser simple Trick ist sogar bei Wikitravel dokumentiert. Ihr werdet beim Busfahren in Nicaragua nie ein Ticket vorher brauchen, sondern immer nur im Bus bezahlen. Der Conductor sammelt das Geld auch erst ein, wenn der Bus bereits fährt.

In San Juan del Sur versuchen aber besonders gerissene Typen das Geld bereits vor Fahrtantritt zu kassieren. Dabei zahlt ihr locker das Doppelte und sie reichen das Geld dann weiter und machen einen guten Gewinn.

Als wir auf unserem Weg nach Costa Rica den Bus betreten wollten, wurde auch prompt der Fahrpreis von uns verlangt. Nach kurzer Diskussion wurde uns dann auch versichert, dass dies hier im Vergleich zum sonstigen Busfahren in Nicaragua immer der Fall wäre. Wir bezahlten trotzdem nicht und durften doch mitfahren. Welch ein Wunder…

Nach uns stieg ein weiteres Paar ein, bei denen sie den gleichen Trick mit Erfolg vollzogen. Unser Rufen, dass sie nicht bezahlen sollten, ignorierten die beiden auch. Selbst schuld, denn sie bezahlten letztendlich wirklich den doppelten Preis.

Gepäck beim Busfahren in Nicaragua

Eine weitere verbreitete Masche ist es, dass Touristen beim Busfahren in Nicaragua extra für ihr Gepäck zahlen sollen. Auch gerne in Kombination, wenn man sich beschwert, warum der Fahrpreis denn höher als bei den anderen Fahrgästen ist.

Ihr könnt allerdings davon ausgehen, dass ihr niemals extra für euer Gepäck zahlen müsst, wenn ihr nicht gerade euren ganzen Hausstand dabei habt! So versuchen die Conductores lediglich an ein bisschen Extra-Geld zu kommen.


Routen beim Busfahren in Nicaragua

Nachdem ihr jetzt die klassischen Tricks kennt, die ihr beim Busfahren in Nicaragua beachten solltet, wollen wir euch noch ein paar verschiedene Routen samt Preisen und Fahrdauern vorstellen.

Ein typischer Minibus, den man beim Busfahren in Nicaragua häufig antrifft

Vom Grenzübergang Las Manos nach Esteli

1. Bus von der Grenze bis nach Ocotal für 15 Cordoba in einer knappen Stunde
2. Express-Bus von Ocotal nach Esteli für 50 Cordoba in anderthalb Stunden

Esteli nach León

1. Taxi zum Terminal Norte für 12 -15 Cordoba pro Person (Dauer abhängig vom Einstieg)
2. Mini-Bus von Esteli nach León für 75 Cordoba in zwei Stunden (fahren ab, wenn sie voll sind)

León nach Granada

1. Taxi zum Bus-Terminal für 25 Cordoba pro Person (Dauer abhängig vom Einstieg)
2. Mini-Bus von León nach Managua (UCA Terminal) für 54 Cordoba in anderthalb Stunden
3. Mini-Bus von Managua nach Granada für 25 Cordoba in anderthalb Stunden

Granada zur Isla de Ometepe

1. Taxi bis Terminal für 10 Cordoba pro Person (Dauer abhängig vom Einstieg)
2. Bus von Granada bis Rivas (ggf. mit Umstieg) für 30 Cordoba in anderthalb Stunden
3. Taxi bis Fähranleger San Jorge für 20 Cordoba pro Person in 15 Minuten
4. Fähre bis Isla de Ometepe für 50 Cordoba in einer Stunde

Isla de Ometepe bis San Juan del Sur

1. Fähre von Isla de Ometepe nach San Jorge für 50 Cordoba in einer Stunde
2. Taxi zum Bus-Terminal in Rivas für 20 Cordoba pro Person in 15 Minuten
3. Bus von Rivas nach San Juan del Sur für 20 Cordoba in 45 Minuten

 Hast du auch schon das Abenteuer Busfahren in Nicaragua gewagt oder würdest es gerne mal versuchen? Und hast du noch Ergänzungen, was wir vergessen haben? Wir freuen uns auf deine Kommentare! 


 

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Zusammenfassung
Lass dich nicht verarschen beim Busfahren in Nicaragua
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Lass dich nicht verarschen beim Busfahren in Nicaragua
Beschreibung
Das Busfahren in Nicaragua ist eine interessante, aber auch fordernde Erfahrung. Wir haben alle Tricks für dich, was du beachten musst!
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12 comments

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Daniela 14. Dezember 2016 - 10:17

Also ich war noch nie in Nicaragua und bin dort demzufolge noch nie mit dem Bus gefahren. 😉 Klingt alles sehr abenteuerlich.

Solche Maschen scheint es überall auf der Welt zu geben. Mit uninformierten Touris kann man es ja machen… Gut, dass es solche Blogs wie euren gibt, in dem darüber informiert wird.

Schade, dass es solche „Geschäftsmodelle“ geben muss. Aber vielleicht teilweise nachvollziehbar. Die Menschen versuchen alle irgendwie nur für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Leider zu Lasten anderer…

Passt weiterhin gut auf euch auf und lässt euch nicht „verar…“. 😉

LG Daniela

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Chris
Chris 14. Dezember 2016 - 16:31

Hallo Daniela,

abenteuerlich ist es in der Tat und leider oft recht unbequem, aber dafür auch eine sehr interessante Erfahrung!

Ich kann das auch absolut nachvollziehen – die meisten Menschen hier haben so viel weniger als wir, da ist es mehr als verständlich, wenn sie ihren Teil vom Kuchen haben wollen. Trotzdem bin ich nicht gerne derjenige, der zu viel bezahlt 😉

Danke für deine netten Worte und wir senden dir liebe Grüße aus Panama
Chris

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Claudia 21. Februar 2017 - 4:37

Die offiziellen Preise für die Überlandbusse sind in aller Regel vorne angeschlagen. Gucken lohnt sich …
Oder fragt die anderen Fahrgäste, wieviel die Fahrt kostet. Dann kriegt ihr auch den echten Preis mit.

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Chris
Chris 21. Februar 2017 - 15:13

Das stimmt natürlich, aber ändert nichts an der Tatsache, dass vor allem im Süden Nicaraguas Touristen schon mal gerne zu viel bezahlen sollen. Und dafür wollten wir gerne die Sinne schärfen 😉 Vielen Dank für deine Tipps!

Liebe Grüße
Chris

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Sabrina 1. Mai 2017 - 20:21

Von Costa Rica kommend haben wir an der Grenze den Chickenbus nach Rivas gesucht. Es war gerade eine stressige und chaotische Situation und als wir den Bus gefunden hatten, standen schon zwei Männer dort um uns ein Ticket zu verkaufen. Sie haben uns geholfen die Rucksäcke rein zu tragen und uns dann ein Ticket verkauft. Wir wussten es leider nicht besser, dass man NIEMALS vor der Fahrt ein Ticket kaufen muss (hätten wir mal nur vorher auf euren Blog geschaut) und standen dann recht blöd da, als der Fahrer uns sagte, dass es nicht die richtigen Tickets sind und wir Trickbetrügern in die Masche gefallen sind. Der „richtige“ Ticketverkäufer war dann aber sehr kulant und wir mussten nicht nochmal bezahlen.

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Chris
Chris 2. Mai 2017 - 18:48

Hallo Sabrina,

im Süden Nicaraguas ist es scheinbar leider recht gängig, den Touristen beim Busfahren etwas mehr Geld als nötig aus der Tasche zu ziehen. Auch wir mussten da so unsere Erfahrungen machen…Immerhin wisst ihr es jetzt besser und fallt hoffentlich nicht mehr auf die üblichen Abzockmaschen rein 😉 Und letztlich hattet ihr ja auch noch Glück im Unglück und ihr musstet nicht nochmal extra zahlen. Das war übrigens eine sehr faire Geste vom richtigen Ticketverkäufer, wie ich finde, denn er hat damit auch direkt auf seinen eigenen Verdienst verzichtet.

Ich wünsche euch noch ganz viel Spaß bei eurer Reise und weniger solcher Momente!

Liebe Grüße
Chris

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Katrin 5. August 2017 - 10:59

Oh Mann, das klingt ja echt abenteuerlich und auch anstrengend. Aber wie Du schon sagst, man kann verstehen, dass sich die Nicas etwaas „dazu“ verdienen möchten, trotzdem eine unschöne Situation. Gut, dass Ihr darauf aufmerksam macht. Aber als bedrohlich habt Ihr diese Situationen nie empfunden, also jetzt besonders in Bezug auf die Taxis? Man liest ja viel, dass man nicht einfach in irgendwelche Taxis steigen soll, sondern entweder in nur extra gerufene oder die offiziellen, da es sonst auch zu Überfällen kommen kann… oder gilt das eher im Umfeld um Managua?

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Chris
Chris 5. August 2017 - 16:05

Hallo Katrin,

ein bisschen Lehrgeld zahlt man immer beim Reisen, aber trotzdem ist besser, wenn man gut vorbereitet ist 😉 Bedrohlich ist das nur für deinen Geldbeutel und manchmal etwas nervig, aber wir unsicher fühlten wir uns nie. Grundsätzlich sollte man natürlich in Lateinamerika bei den Taxen etwas besser aufpassen. Wenn ihr ein ungutes Gefühl bei einem Fahrer habt, dann lieber auf das nächste warten. Auf der sicheren Seite seid ihr an offiziellen Ständen oder ihr lasst euch eins rufen. In Managua haben wir nur den Bus gewechselt und kein Taxi von innen gesehen, aber wir haben auch einige vereinzelte Berichte gelesen, dass es dort schon mal zu Fällen von „Express Kidnapping“ kommen kann.

Liebe Grüße
Chris

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Lena 6. September 2017 - 11:38

Kleiner Tipp am Rande: Am Eingang der Busse hängt zu 99% ein ausgedrucktes Papier in dem der Fahrpreis für die komplette drinsteht, da die Busse staatlich subventioniert sind.

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Chris
Chris 6. September 2017 - 23:17

Hallo Lena,

danke für den Tipp! Wir haben das mal ergänzt.

Liebe Grüße
Chris

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Johanna 25. Dezember 2017 - 21:44

Kleine Ergänzung, was besonders im bezug auf Estelí wichtig ist: Es ist nicht ganz richtig, dass man die Tickets nie vorher kauft. Gerade, wenn man vom Busterminal Cotran Sur in Esteli abfährt Richtung Managua oder León oder auch von der Cotran Norte den Bus nach Managua nimmt, zahlt man vorher und bekommt ein Ticket mit Platznummer ohne mehr als im Bus selbst zu zahlen. In den Bussen, die kürzere Strecken fahren, wie etwa von Estelí nach Condega oder Somoto, nach Miraflor, etc. da wird erst im Bus bezahlt, aber bei den anderen ist es teils nötig, das Ticket vor Fahrtbeginn zu kaufen, damit du überhaupt noch einen Sitzplatz bekommst. Da sollte man dann auch bestenfalls eine halbe Stunde vor Fahrtbeginn dort sein, da die Busse von Estelí aus nach Managua, León, etc. häufig heillos überfüllt sind. Und generell ist es ratsamer, nach León nicht mit den Microbussen vom Norte abzufahren, sondern mit den Expressos vom Sur, was auch zu beachten ist. Es gibt in Estelí nämlich zwei Busterminals.

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Chris
Chris 27. Dezember 2017 - 18:00

Hallo Johanna,

vielen Dank für deine Ergänzung! Wir haben in der Tat in Nicaragua nie ein Ticket vorher gekauft, daher ist die Ergänzung bestimmt für viele hilfreich 🙂

Liebe Grüße
Chris

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