Home Die große Reise Schön, schöner, Cartagena de Indias – unser Reisebericht

Schön, schöner, Cartagena de Indias – unser Reisebericht

by Marie

Wir haben dir hier ja schon von tollen Kolonialstädten wie Granada in Nicaragua oder Trinidad auf Kuba berichtet. Cartagena de Indias setzt in puncto Schönheit in unseren Augen jedoch noch einen drauf (jedoch nicht in jeder Ecke der Stadt). Warum? Lies schnell weiter und du wirst es erfahren 😉 !

Neben den schönsten Sehenswürdigkeiten, stellen wir dir auch noch praktische Reisetipps und ein paar Geheimtipps, insbesondere für Essen und Streetfood vor. Außerdem zeigen wir dir unser Lieblingsviertel sowie unsere schöne Unterkunft in der Perle der Karibik.

Reisebericht über Cartagena de Indias in Kolumbien


Überfülltes Cartagena de Indias

Straße im Viertel Getsemani in Cartagena de Indias in KolumbienWir sind zur Hauptreisezeit der Kolumbianer in den ersten drei Januarwochen unterwegs und alles ist voll. Cartagena als eine der Haupttouristenattraktionen bildete hier natürlich keine Ausnahme. Da wir schon mit zahlreichen Touristen rechneten und erst gegen zehn Uhr am Abend in Cartagena ankamen, wollten wir schon eine Unterkunft sicher haben. Dies stellte sich schwerer raus als gedacht und bei unserer Ankunft im Hostal Mamallena war unser Zimmer bereits an jemand anderen weitergegeben worden.

Nicht so nett, jedoch wurden wir glücklicherweise direkt weitervermittelt ins um die Ecke gelegene Artur Hostel. Diese Unterkunft war zwar etwas günstiger, jedoch mit 150.000 COP (ca. 43 €) pro Nacht immer noch viel zu teuer für unser Budget. Das hübsche Zimmer mit kleinem Balkon und das megabequeme Bett haben uns dafür aber ents schädigt.

Während wir in Zentralamerika stets in der Nebensaison gereist waren, hauten die Preise in der Hauptsaison in Kolumbien schon richtig rein.


Ein Schock zum Start in Cartagena de Indias

Unsere Freunde aus Medellín hatten uns bereits in Capurgana eingebläut, in Cartagena bloß nicht das Altstadtviertel zu verlassen und statt Taxis lieber auf ein Uber zurückzugreifen, da das viel sicherer wäre. Ein Zimmer in der Altstadt konnten wir uns eh nicht leisten und als wir abends um zehn am Terminal ankamen, funktionierte keines unserer Handys mehr. Also doch ein Taxi. Unser Fahrer war glücklicherweise außerordentlich nett und sehr vertrauenserweckend. Dies konnte man von den Gegenden, die wir durchquerten, allerdings nicht behaupten. „Das soll jetzt das berühmte Cartagena de Indias sein?“, schwirrte mir beim Anblick der Müllberge und dunklen Gestalten in maroden Gassen durch den Kopf. Ja, das war ein Teil des berühmten Cartagenas und vermutlich offenbarte sich mir auch der authentischere Blick auf die Stadt abseits der schicken Altstadt und dem Hostelviertel Getsemani. Besonders schön oder schillernd war dieser Blickwinkel auf Cartagena jedoch nicht.


Die Altstadt von Cartagena de Indias

Blick auf die Altstadt von Cartagena de Indias von der StadtmauerIm Gegensatz zu unseren ersten nächtlichen Eindrücken, hat uns die Altstadt aus den Socken gehauen. Die Altstadt Cartagenas hat sich nämlich ordentlich herausgeputzt. Die Häuser sind liebevoll restauriert und Blumen ranken sich an den Fassaden entlang. Es wimmelt von Touristen und Obstverkäuferinnen in bunten Roben.

Kontrast zwischen der Altstadt von Cartagena und modernen Wolkenkratzern an der KüsteDie Stadt von oben kann man von der alten Stadtmauer bewundern, die man übrigens kostenlos besteigen kann. Außerdem hat man von dort einen tollen Blick auf den Kontrast zwischen Altstadt und Wolkenkratzern an der Küste. In Cartagena stecken mehrere Städte und gerade die Kontraste machen sie für uns so spannend.


Unser liebstes Viertel in Cartagena de Indias: Getsemani

Streetart im Viertel Getsemani in Cartagena de Indias in KolumbienNeben der Altstadt verbrachten wir noch einige Zeit im Viertel Getsemani, in dem auch unsere Unterkunft lag. Hier sind die alten Häuser etwas weniger restauriert, es findet jedoch auch mehr Leben auf den Straßen statt. Nachts versammeln sich Einheimische und Reisende auf dem Plaza de la Santísma Trinidad. Musik hallt durch die Straßen und an jeder Ecke gibt es günstiges und leckeres Essen. Ein wahres Mekka für Foodies. Auch mittags aßen wir eigentlich immer in Getsemani in einfachen Restaurants, die Tagesmenüs schon für 9.000 COP anbieten.

Streetart mit Kritik an der Gentrifizierung des Viertels Getsemani in Cartagena de Indias in KolumbienStreetart macht auch hier die Straßen bunter und mehr und mehr Unterkünfte, Cafes und Bars drängen sich in dem Viertel. Die zunehmende Gentrifizierung und die damit einhergehende Vertreibung der lokalen Bevölkerung ist ein großes Problem in dem aufstrebenden Viertel und wird ebenfalls an den bunten Wänden thematisiert.


Wildlife im Herzen von Cartagena: Der Parque de Centenario

Parque Centenario in Cartagena de Indias mit Wildlife und Buecherverkauf im Herzen der StadtDer Parque de Centenario liegt zwischen Getsemani und der Altstadt. Wer ein bisschen die Augen offen hält, kann in den Bäumen quirlige Äffchen und monströse Iguanas bewundern. Auch werden hier zahlreiche gebrauchte Bücher verkauft. Eine gute Gelegenheit spanische Lektüre zu erwerben.


Sehenswürdigkeit in Cartagena: Das Castillo de San Felipe de Barajas

Castillo de San Felipe de Barajas in Cartagena Kolumbien mit toller Aussicht auf die Altstadt aber vielen TouristenAls wir die Schlange sahen, die sich bereits vor dem Castillo gebildet hatte, verzichteten wir auf einen Besuch. Man soll jedoch von diesem imposanten Castillo eine tolle Aussicht auf Cartagena de Indias haben. Und mit etwas mehr Zeit und etwas weniger Touristen hätten wir diese Sehenswürdigkeit gerne noch besucht.


Karibisches Feeling vor den Toren Cartagenas: Islas del Rosario

Einen Tagesausflug von Cartagena kann man zu den Islas de Rosario unternehmen. Wir hörten hierzu eher gemischtes Feedback und einige Berichte über überfüllte Strände und haufenweise Müll führten dazu, dass wir auf einen Besuch verzichteten. Vielleicht kannst du uns eines Besseren belehren und uns über deine Erfahrungen mit den Islas del Rosario berichten?


Cartagena de Indias als Ausgangspunkt für den Segeltrip nach Panama über San Blas

Wer sich für einen Segeltrip nach Panama interessiert, kann diese von Cartagena aus organisieren. Das Mamallena Hostal ist dafür eine gute Ansprechadresse. Warum wir uns selbst gegen einen solchen Trip entschieden haben, kannst du nochmal hier nachlesen.


Ist der Hype um Cartagena berechtigt?

Stadttor zur Altstadt in Cartagena de Indias in KolumbienCartagena ist einfach hübsch anzusehen und ist vermutlich bei fast jedem, der Kolumbien zum ersten Mal besucht, auf der Route. Dementsprechend voll war es auch bei unserem Besuch in der Hauptsaison. Ein paar Tage waren für mich allerdings genug, denn irgendwann hat man wirklich jeden Türknauf und jede Fassade in der wunderhübschen Altstadt ausgiebig bewundert und auch die karibischen Inseln vor den Toren der Stadt lockten uns nach unserem San Blas Abenteuer eher weniger. Den Hype verstehe ich, jedoch sollte man seine Zeit in Kolumbien auch mit dem Erkunden von abgelegeneren Orten verbringen, denn das Land hat noch viel mehr zu bieten!


 Wie hat dir Cartagena de Indias gefallen? Haben wir was verpasst weil wir nicht auf den Islas del Rosario waren? Was ist deine liebste Kolonialstadt? Verrate es uns doch in einem Kommentar! 
Zusammenfassung
Was ist dran am Hype um Cartagena de Indias? - Unser Reisebericht
Artikelname
Was ist dran am Hype um Cartagena de Indias? - Unser Reisebericht
Beschreibung
Unser Reisebericht entführt dich nach Cartagena de Indias an die Karibikküste von Kolumbien. Doch was ist dran am Hype um das touristische Cartagena?
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Erschienen auf
Worldonabudget
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8 comments

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KubaFreak 1. September 2017 - 19:26

Danke für eure Berichte, sind immer wieder schön zu lesen!
Mich erinnert das schon irgendwie an meine Kuba Kreuzfahrt letztens. Aber gut, in der Karibik sehen sich viele Orte ähnlich, das ist mir schon aufgefallen, ob nun Ferien in Kuba oder Kolumbien same difference – aber alles toll!

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Marie
Marie 1. September 2017 - 21:29

Hey 🙂

Lieben Dank für dein nettes Feedback! Mich hat Cartagena von der Optik in der Tat auch an Kuba erinnert. Die alten Kolonialhäuser, die teilweise schon etwas abbröckeln und die schönen bunten Farben. Auf jeden Fall ganz nach meinem Geschmack 😉

Liebe Grüße
Marie

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Marianne Markowetz 11. Januar 2019 - 14:56

Hallo,
Vielen Dank für eure genauen Berichte. Wir haben gerade die Segeltour über die St Blas Inseln nach Cartagena hinter uns. Kann deine Bedenken zum Boot nachvollziehen. Auch unser Boot war überbelegt und Leute wurden seekrank. Aber dennoch war es ein tolles Erlebnis, das wir in der Gemeinschaft der Gruppe hatten. Wir treffen uns weiterhin in Cartagena und haben viel Spaß miteinander.
Liebe Grüße Marianne

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Marie
Marie 10. August 2019 - 13:10

Liebe Marianne,

schön, dass du trotzdem eine solch tolle Erfahrung gemacht hast. Gute Gesellschaft ist gerade auf so kleinem Raum enorm wichtig. Da ich zuverlässig immer seekrank werde, war der Segeltörn jedenfalls nichts für mich und ich hätte ihn vermutlich kaum genießen können. Wenn es nochmal zurück nach Panama und Kolumbien geht könnten wir uns aber eine Tour mit dem Speedboot sehr gut vorstellen. Das schaukelt nicht ganz so sehr und man verbringt bei dieser Option mehr Zeit auf den Inseln, als auf dem Boot.

Liebe Grüße und weiterhin ganz viel Spaß in Kolumbien
Marie

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Fabienne 23. September 2017 - 10:55

Hallo, ich lese euren Blog super gerne! Ich war mit meiner besten Freundin im Juli für 3 Wochen im Kolumbien und wir haben die klassische Route Bogotá, Salento, Medellin, Cartagena, Santa Marta, Tayrona und Palomino gemacht.

Und wir waren auch auf den Islas del Rosario, bzw nur auf der Isla Grande. Wir hatten uns gegen einen Tagesausflug entschieden und haben uns für eine Nacht ein Doppelzimmer in einem Hostel auf der Insel gebucht.
Am nervigsten war dabei eigentlich die Anreise, denn die ging von der Touristenanlegestelle los und wir wurden sofort von mehreren Leuten angequatscht. Bis wir dann mal klargemacht hatten, dass wir nur einen Transfer benötigen war schon fast eine halbe Stunde vergangen. Nachdem uns dann versprochen wurde, dass wir mit unseren großen Rucksäcken direkt an unserem Hostel rausgelassen werden, sind wir in eins der großen Touriboote gestiegen (zusammen mit jede Menge Kolumbianern, die alle einen Tagesausflug gebucht hatten). Nach über einer Stunde wurden wir beide als einzige vom Bootsführer auf der Isla Grande rausgeschmissen und zwar nicht am Hostel sondern irgendwo in der Pampa ?
Von da aus mussten wir uns dann durchfragen und noch fast ne halbe Stunde bei 33 Grad über die Insel laufen ?
Entsprechend war unsere Laune, die sich allerdings besserte als wir das Hostel und dem Strand sahen.
Wirklich nah dran am Paradies! Wir sind anschließend noch einmal quer über die Insel zum Playa Libre gelaufen. Dabei durchquert man dann den einzigen „Ort“ der Insel, welcher eher eine Ansammlung von Bretterbuden ist. Und ja, die Berichte die ihr gehört hab stimmen teilweise. Je näher man dem Ort und den Einheimischen kommt desto vermüllter und dreckiger wird es. Was wirklich sehr sehr schade ist.
Unser persönliches Highlight war trotzdem der Playa Libre, ein weißer Sandstrand mit türkis blauem Meer, welches Badewannen Temperatur hatte (und wir waren ganz alleine).
Zurück ging es dann für uns mit einer winzigen Nusschale zurück. Das war nämliche ein Boot was die Einheimischen zum pendeln nach Cartagena nutzten ? der Bootsführer knallte dann mit Vollspeed übers Meer und wir hatten ein wenig Angst um unser Gepäck. Auch wenn die Anreise kompliziert war und wir im Endeffekt zu wenig Zeit auf der Insel hatten, sind wir froh, dass wir den Ausflug gemacht haben. Von einem der Tagesausflüge ab Cartagena würde ich jedoch abraten.
Liebe Grüße
Fabienne

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Marie
Marie 25. September 2017 - 9:03

Liebe Fabienne 🙂

tausend Dank für deinen Erfahrungsbericht! Gut, dass wir uns gegen einen Tagesausflug entschieden haben! Die Insel individueller zu erkunden, hört sich jedoch sehr cool an 🙂 So paradiesische Strände findet man in Kolumbien nämlich eher schwierig. Weißt du zufällig noch wie euer Hostel hieß? Dann merke ich mir das direkt mal 😉

So abenteuerliche Bootsfahrten hatten wir auch einige ? Immer wieder ein Erlebnis und etwas angsteinflößend.

Liebe Grüße und einen tollen Wochenstart
Marie

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Sabine 1. Oktober 2017 - 6:07

Wir haben Cartagena fast ein wenig steril empfunden. Hübsch, ja, sehr hübsch, aber nur für Touristen gemacht. Und wir hatten noch das Glück, dass die Stadt wegen Fußball leer gefegt war.

Santa Marta, etwas weiter im Norden begeistert uns mehr. Diese Stadt ist das echte Kolumbien. Und günstiger ist es außerdem.
Wer also gut auf eine der schönsten Kolonialstädte Südamerikas verzichten kann, sollte hierher kommen.
Liebe Grüße
Sabine

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Marie
Marie 1. Oktober 2017 - 14:17

Liebe Sabine,

den Eindruck hatte ich in der Innenstadt auch. Doch schon wenn man im Viertel Getsemani unterwegs ist, habe ich eine sehr lebendige Seite von Cartagena erlebt. Das Problem dort ist die Gentrifizierung. Immer mehr Einheimische müssen Unterkünften und Restaurants weichen. So verschiebt sich das Leben der Menschen aus Cartagena immer weiter an den Rand und die Innenstadt wird zunehmend steriler.

Santa Marta hat mir auch sehr gut gefallen! In Punto Schönheit kann es jedoch nicht mit Cartagena mithalten.

Liebe Grüße an dich

Marie

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